Ein Stadtführer ist eine Auswahlmaschine
1924 wird Tauberbischofsheim als historische Stadt gezeigt, bevor die Nachkriegsdeutung von 1950 und der touristische Ton von 1990 einsetzen. Der Führer nennt Orte, ordnet Blickrichtungen und macht bestimmte Objekte erzählbar. Genau darin liegt sein Quellenwert.
Seine Schwäche ist dieselbe wie seine Stärke: Er führt. Er will zeigen, nicht kritisch erschöpfen. Kunstzuschreibungen, Baualter und Traditionslinien müssen deshalb mit späterer Forschung abgeglichen werden.
Stationen als frühe Wahrnehmungsschicht
Schloss, Markthäuser, Kirchen, Kapellen und Kunstobjekte erscheinen nicht bloß als Befunde, sondern als sehenswerte Stadt. Diese Wertung ist historisch interessant. Sie zeigt, welche Stadt Tauberbischofsheim 1924 nach außen tragen wollte.
Ausbau als Stationsregister
Der Rundgang wird nicht nacherzählt, sondern in Station, Aussage, Risiko und Gegenquelle zerlegt.